Ein großes Diamantenschiff im Dunst vor Diaz Point auf dem Weg zum Hafen von Lüderitz


What to do in Lüderitz?

Wie wäre es mit einem Spaziergang am Agate-Beach, also am Achat-Strand? Denn dort findet man, wenn man genau hinschaut, etwas ganz Besonderes: Achate!
Ozean-Achat (auch Ozean-Chalcedon) trägt seinen Namen zu Recht, denn er ist vor 100 Millionen Jahren in Meeressedimenten entstanden. Damals waren die heutigen Kontinente noch eine Landmasse, der Superkontinent Gondwana. Als dieser Kontinent vor langer Zeit allmählich auseinander brach, durchdrangen vulkanische Flüssigkeiten die Kalk- und Tonsedimente der Kreide. Und daraus entstand neben anderen Edelsteinen auch der Ozean-Chalcedon. In Europa ist er ein relativ neuer Edelstein, da er erst seit 1990er Jahren an der Meeresküste im Madagaskar abgebaut wird und sonst nur an ganz wenigen Fundorten vorkommt, eben auch in Lüderitz.
Achat ist ein recht widerstandsfähiges Mineral und zeigt auch keinerlei Reaktion auf Wasser oder Sonneneinstrahlung. Auch vor Dellen und Rissen ist er recht gut geschützt, da er eine hohe Härte und Dichte hat. Doch nach Hunderttausenden von Jahren schafft es der Ozean, die Bruchstücke zu schleifen und die rollende Brandung an unserem Achat-Stand wirft diese einzigartigen Edelsteine auf den Strand – wir brauchen sie nur aufzusammeln!
Auch als Heilstein ist dieser farbenfrohe Halbedelstein sehr begehrt: Er fördert die Belastbarkeit und die Entgiftung, genauso wie ein ausgiebiger Spaziergang am Strand!


What to do in Lüderitz?

Neben den Diamanten ist Lüderitz für seine Langusten weltberühmt. Durch den nähstoffreichen, kühlen Benguela Meeresstrom vor Lüderitz Küste herrschen hier ideale Lebensbedingungen für die begehrte Delikatesse. Von Anfang November bis Ende April fahren die Langusten-Fischer täglich raus zu den Fanggründen und bringen den frischen Fang in die Fabrik, von wo er lebend oder tiefgefroren in die ganze Welt exportiert wird. (hier sagt man Crayfish oder Rock Lobster, übrigens nicht zu verwechseln mit dem Lobster, also Hummer, das ist der mit den Scheren).
Aber am besten schmeckt der Crayfish, wenn er selbst gefangen und gleich am Strand zubereitet wird. Das ist gar nicht so kompliziert. Dazu braucht man zuerst eine Genehmigung, die erhält man schnell und einfach bei der Fischereibehörde, ein Permit für einen Monat kostet 14,- N$ und erlaubt den Fang von 7 Langusten täglich. Eine Reuse und etwas Köder bekommt man hier im Dorf und los geht’s. Reuse ins Wasser, eine Viertelstunde warten und wieder raufholen. Das geht vom felsigen Ufer aus ebenso wie vom Kajak oder Boot und macht einen Riesenspaß! Wem das kühle Wasser nichts ausmacht, der kann auch einfach tauchen und die Langusten aus ihren Felsverstecken raussammeln. 
Am Strand werden die Langusten dann am Feuer gegrillt oder im Meereswasser gegart, dazu etwas Knoblauch-Mayonnaise und ein kühles Glas Weißwein – was kann besser sein?
(Und wenn man keinen Erfolg beim Fangen hatte, macht nichts, bei uns in der Alten Loge haben wir immer Langusten vorrätig und bereiten sie gern für unsere Gäste zu!)


What to do in Lüderitz?

Heute möchte ich Euch was über eine Jugendstil-Villa in Lüderitz erzählen, die echt sehenswert ist: das Goerke-Haus. Ich will Euch nicht damit langweilen, daß sie auf der Liste der Nationalen Denkmäler steht oder daß der Architekt Ertl sie geplant hat, das könnt Ihr ja überall lesen – vielmehr finde ich die Geschichte dahinter viel interessanter: Der Westpreusse Hans Goerke kam 1904 als Leutnant der Schutztruppe nach Südwest. Da hatte er nur einen kurzen Auftritt, denn schon 1905 verunglückte er und mußte zur medizinischen Behandlung wieder nach Deutschland. Dort lernte er wohl seine zukünftige Frau kennen. Nach zwei Jahren war er genesen und kehrte zurück, gerade rechtzeitig um 1908 die Sternstunde Südwests mitzuerleben: man fand Diamanten in Lüderitzbucht!
Hans Goerke trat aus dem Militär aus und wurde Geschäftsführer von zwei Diamantminen, das Geld floß in Strömen. Seinem Plan ein Traumhaus für seine Angebetete zu bauen stand nun nichts mehr im Weg! Innerhalb eines Jahres wurde der Prachtbau fertiggestellt - eine unglaubliche Leistung wenn man bedenkt, daß alles, wirklich alles, ob Baumaterial, Kleidung, Maschinen und selbst die Lebensmittel per Schiff aus Deutschland eingeführt werden mußten!
Goerke hat sich die Villa eine Menge kosten lassen - 70.000 Goldmark, damals eine enorme Summe – aber er wollte seiner Zukünftigen ja ein Traumhaus bauen und das hat er auch geschafft. Das Goerke-Haus ist heute noch das schönste Haus im Dorf!
Das Schlößchen ist also gebaut, er fährt zurück nach Deutschland um seine Angebetete Luise Hornig zu ehelichen. Sie werden in Berlin getraut und machen sich gleich auf nach Südwest. Aber – ihr ahnt es schon – seine Frau gefiel es hier gar nicht. Aus dem quirligen Berlin Oranjenburg nach Lüderitzbucht, nun ja, auch wenn man sich alle Mühe gab, mit Tanzveranstaltungen, Kostümfesten, Pferderennen und Liederabenden das soziale Miteinander interessant zu gestalten, gegen Berlin kam das nicht an. Es half nichts, schon nach knapp zwei Jahren ging das Ehepaar Goerke zurück nach Berlin. 
Sie kamen nie zurück und auch ihre später geborenen Kinder haben das Haus nie gesehen. Erst 1996 konnte eine Tochter überredet werden, nach Namibia zu reisen und als Gast der Diamantgesellschaft, die Jahre später Goerke das Haus abgekauft hat, das Haus ihrer Eltern zu besichtigen.
Täglich geöffnet von 14:00 bis 16:00, wirklich sehenswert!


What to do in Lüderitz?

Wie wäre es mit einer Tour zum Bogenfels?

Mit 55 Metern ist der Bogenfels der höchste Felsenbogen im südlichen Afrika und ist ein National Monument von Namibia. Er ragt etwa 100 km südlich von Lüderitzbucht aus dem Atlantik, ein spektakuläres Fotomotiv!Der Bogenfels wurde bereits auf Kolonialkarten von Deutsch-Südwestafrika um das Jahr 1900 verzeichnet. Heute kann der Fels nur auf einer geführten Tour besichtigt werden, da er im Sperrgebiet-Nationalpark, dem ehemaligen Diamantensperrgebiet, liegt.Die Tagestour führt auch durch Grillenthal, eine der ältesten Diamantengräberstädte Namibias und Pomona, einer der bekanntesten Minen-Geisterstädte, wo schon seit 1860 nach Erz gesucht wurde, lange bevor das Vorkommen von Diamanten bekannt wurde und ermöglicht bei schönem Wetter bezaubernde Fotomotive.


8. April 2015 - Zu Besuch in Lüderitz

Das Kreuzfahrtschiff M/S Silver Whisper macht auf seiner Transatlantik-Reise Zwischenstation in Lüderitz. Dieses traumhafte Schiff mit Platz für 388 Passagiere ist am 5. April von Kapstadt gestartet und wird am 1. Mai in Fort Lauderdale ankommen. Hier sehen wir sie in den Hafen von Lüderitz einfahren, zunächst vorbei am alten Leuchtturm auf der Haifisch-Insel, dann vor der Pinguin-Insel auf Kurs in der Fahrrinne. Rechts im Bild sieht man das schöne Gebäude der Woermann-Linie.


Trans-Ocean Stützpunkt

Die Alte Loge in Lüderitz ist nicht nur ein Gästehaus, hier befindet sich auch der Trans-Ocean-Stützpunkt für Namibia. 
Die Segler unter Euch werden es kennen, aber für die Landratten eine kurze Erklärung: Trans-Ocean ist ein Zusammenschluß von Menschen aller Nationen, die sich des Hochsee-Segelns verschrieben haben. Der Verein unterhält ein weltweites Netz von etwa 200 Stützpunkten, die ehrenamtlich von Stützpunktleitern betrieben werden, um Segler auf Großer Fahrt zu unterstützen. Wir unterstützen die Crews da, wo es gewünscht wird, sei es beim Organisieren von Reparaturen und Ersatzteilen, Unterstützung beim Ein- und Ausklarieren, kostenlosem Internet, Wäscheservice, mit Informationen und Tips über das Land oder Buchen von Leihwagen oder Unterkünften für einen Landgang.
Da wir selbst die Seefahrt lieben und auch einige Jahre auf dem Wasser verbracht haben, verstehen wir die Bedürfnisse der Segler. So ist die Alte Loge in Lüderitz eine gemütliche Anlaufstelle für Weltumsegler geworden. Nicht nur wir selbst sondern auch unsere Gäste haben viel Spaß, wenn bei Langusten und Wein spannende Geschichten aus aller Welt erzählt werden und natürlich auch ein bisschen Seemannsgarn gesponnen wird.


What to do in Lüderitz?

Heute morgen beim Frühstück auf der Terrasse unseres Gästehauses „Alte Loge“ konnten wir wieder einmal das Einlaufen eines großen Tankers beobachten.
Um in die Bucht von Lüderitz einzufahren benötigt der Kapitän eines so großen Schiffes die Unterstützung eines erfahrenen Nautikers, eines Lotsen. Der Lotse kennt die Bucht mit seinen Untiefen, Riffen und Wetterbedingungen ganz genau, er kann das Schiff sicher in den Hafen bringen. Schon auf See hat einer der Hafenschlepper den Lotsen übergesetzt, er hat jetzt die Verantwortung, und manövriert den Tanker zwischen der Haifischinsel und der Pinguininsel hindurch in die markierte Fahrrinne. Im Hafenbecken muß dann das riesige Schiff umgedreht werden, um mit der richtigen Seite an der Hafenmole anzulegen. Das ist ein spannendes Manöver, das besonders bei rauem Wetter gut koordiniert werden muß, denn es ist nicht viel Platz zwischen den vor Anker liegenden Yachten und Fischerbooten! Die beiden Hafenschlepper unterstützen den Tanker, sie drücken und schieben das schwere Schiff in die richtige Richtung, um es am Kai festzumachen. Heute bei glatter See und ohne Wind war es ein Kinderspiel für das erfahrene Team vom Hafen und für uns ein schöner Anblick!
Dieser Tanker heißt übrigens Sea Challenger, ist 129 m lang und beliefert Lüderitz mit Diesel.